Dienstag, Oktober 20, 2009

The Lost Way Of The Zombies

Regie: Stefan Svahn

Darsteller: Fedele Lorusso, Axel Tujek, Jan Heiner Küttner, Gordon Räcker, André
Stenzel

Review:

Mike und Dan wollen nachts eine Abkürzung über ein Fabrikgelände nehmen und dort soll auch ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen treiben, denn es gibt einen Haufen vermisster Arbeiter, aber daran stören die Beiden sich nicht.

Sie nehmen also diese Abkürzung und auf ihrem Weg treffen sie auf eine alte Frau, die eine Warnung ausspricht, dass es für die Beiden doch besser wäre umzukehren .Das passt Mike und Dan aber nicht in ihren Kram und so beschimpfen sie die alte Frau, gehen dann dazu über sie zusammenzuschlagen und daraufhin verflucht die Alte die Jungs. Das Ganze artet darin aus, dass Mike die alte Frau ermordet.

Mit Hilfe von Dan verbuddelt er sie irgendwo auf dem Fabrikgelände, aber damit ist die Sache noch nicht zu Ende, denn schon bald erfüllt sich der Fluch und die Toten erwachen wieder und trachten nach all dem Leben, welches sich auf dem Fabrikgelände tummelt.

So soll es dann auch noch eine lange und grausame Nacht für Mike werden.

Das zur Handlung, es gibt zwar auch noch eine nicht unbedeutende Nebenhandlung, aber ich möchte innerhalb dieser Review nicht schon alles vorwegnehmen. was sich auf den ersten Blick auch ganz gut anhört, entpuppt sich leider als kleine Enttäuschung.

Denn die Handlung ist relativ platt und das weitet sich auch extrem auf die Dialoge aus. Ich zweifle ein wenig daran, dass es hier ein durchdachtes Drehbuch gab. Daher habe ich auch die Vermutung, dass es sich hier um die Marke "Ich schnapp mir eine Kamera, ein paar Freunde und meine Familie und dreh mal ein Filmchen" handelt. Ist auch nichts Verkehrtes dran, denn so entstanden auch einige Perlen – man denke hier an die Butcher-Trilogie (erste Teil). Nur dieser Film hier konnte mich da nicht überzeugen. Weil es weitet sich auch darauf aus, dass es hier keinerlei Spannung gibt. Wie gesagt ist die Handlung einfach so platt, dass es nicht dazu kommen kann, dass sich Spannung aufbaut.

Ebenso die Darsteller – wenn kaum etwas da ist, wie soll dann Etwas vernünftig rüber gebracht werden. Die hier dargebrachten Leistungen sind wirklich auf der untersten Stufe im Amateurniveau.

Mit der Technik klappte es auch nicht so ganz, denn es gibt immer mal wieder kurze Stellen an denen das Bild unscharf ist. Manches hätte man vielleicht beim Schneiden noch ausbügeln können. Aber "fehlerhafte Technik" kann auch etwas Gutes haben, denn das mit der Beleuchtung klappte auch nicht so ganz. Das hat aber den schönen Nebeneffekt, dass es nachts wirklich nachts ist. Das heißt, dass es nicht irgendwo im Hintergrund diese blöden unnatürlichen Lichtquellen gibt. Hier ist nur der Bereich vor der Kamera ausgeleuchtet – nicht immer gut, aber dies hat eben den schönen Nebeneffekt vom "Dunklen". Jetzt macht euch aber keine Sorgen, dass man nichts erkennt. Man bekommt schon alles gut mit was sich dort abspielt - also man sitzt nicht mal eben vor einem schwarzen Bildschirm.

Bisher mag das alles erstmal übel klingen, aber es gibt jetzt hier auch Dinge, die das Ganze etwas relativieren. Wenn meine Recherche stimmt, dann handelt es sich bei The Lost Way Of The Zombies um Svahns ersten Film. Da sind solche Anfängerfehler noch eher zu verzeihen. Und da ich einen Teil seiner späteren Werke (Voodoo Curse – Legbas Rache) kenne, weiß ich auch, dass er dazu gelernt hat und sich weiterentwickelte.

Hinzu kommt auch, dass die SFX ungewöhnlich gut ausgefallen sind. Hier gab man sich richtige Mühe und es entstand eine Riesensauerei. Da ist auch so gut wie alles dabei was man schon aus anderen Zombiefilmen kennt – Beiß- bzw. Fressszenen, Headshots usw. Dürfte so dann auch wieder für die Fraktion "Ich schau Amateurfilme nur wegen dem Rumgematsche" interessant sein. Wirklich gut gemacht – das muss ich einfach mal loben. Auch das Make-Up der Zombies ist stellen schön hässlich und schleimig ausgefallen. Ein paar erinnerten mich auch an die alten Zombies und auch so kann man Verweise auf andere Klassiker des Horrorgenres finden. Einer zwar in abgeänderter Form – welche das sind, müsstet ihr dann schon selber rausfinden.

Aber einmal noch muss ich Kritik üben. Die Szene mit dem Baby ist vollkommen widerlich und geschmacklos. Das hätte man sich schenken können. Da kann man auch nicht das Argument von Tabubruch oder ähnliches anführen. Einfach nur unnötig und Gewalt an Kindern bzw. Babys werde ich immer stark kritisieren, denn so was gehört in keinen Film, der vorrangig unterhalten soll.

Abschließend sollte wohl gesagt werden, dass dieser Film eher was für die Hartgesottenen im Amateurgenre ist. Andere würden mit dem keine Freude haben bzw. könnten diesen Film irgendwie was abgewinnen.

Sonntag, Juli 26, 2009

Das Geheimnis der Zauberpilze

Regie: Crippler Criss, Master W

Darsteller: Crippler Criss, Mr Heppot

Review:

Das Geheimnis der Zauberpilze wird zwar erst Anfang August gelüftet, aber wir werfen heute schon mal einen Blick in den Film.

Zwei Freunde gehen in den Wald, betrinken sich ordentlich und aus einen kleinen Spaß wird böser Ernst, denn einer der Beiden kommt bei einem Unfall ums Leben. Als "Der Lange" die Leiche seines Freundes im Wald verscharren will, trifft er auf einen Zwerg, der ihm erzählt, dass es Zauberpilze gibt, die seinen Freund wieder vitalisieren können. Aber an die Pilze ranzukommen ist alles Andere als einfach. Denn auf der Suche nach den Zauberpilzen trifft er nicht nur auf einen freundlichen Hippie, sondern auch auf einen kannibalistischen Einsiedler und anderen Gestalten, aber was wird ihm am Ende seiner Suche wirklich erwarten!?

Das Geheimnis der Zauberpilze ist der erste Langfilm aus der Schmiede von P.S.Y.C.H.O. Productions und er macht einfach Spaß. Und zwar Spaß von der ersten Minute an, wenn man auf zwei Chaoten trifft, die sich einem Besäufnis hingeben, geht man von den vielen Flaschen im Vordergrund aus, und selbst auch Das Geheimnis der Zauberpilze schauen. Das verspricht schon mal Trash feinster Güte und damit wurde ich dann auch nicht enttäuscht. Dieser Film dürfte das Herz von Trash-Fans höher schlagen lassen.

Denn es ist alles da – oder auch nicht. Es hängt schon mit dem Bild des Films an. Es ist dreckig, es wurde wohl mit einer schmutzigen Kamera gedreht – also macht euch keine Gedanken drüber, dass euer Monitor oder Bildschirm beschmutzt ist. Solche Verschmutzungen kenne ich sonst nur von Leinwänden in kleinen schmuddeligen ("Grindhouse-") Kinos, kann aber den Film angerechnet werden, sollte man diesen Flair mögen.

Die Handlung und die Darsteller tun das ihr Übriges. Bei Zauberpilzen liegt der Gedanke bei bewusstseinsverändernde Substanzen doch sehr nahe und dies wird auch durch den Hippie und den "Vitalisieren" bedient, aber eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass dieses Zeugs einen verrückt macht und "verrückt" passt sehr gut zur Beschreibung der Handlung. Weil anders macht es keinen "Sinn", dass man einen Hippie foltern muss, um an Informationen zu kommen, wobei man dann aber erst mal auf einen Soldaten stößt, der einen imaginären Krieg führt, aber letztlich bei einem kannibalistischen Einsiedler landet, der Einem zu einen riesigen Pilz führt, dessen Tentakel man(n) lecken soll. Wie gesagt, das ist einfach errückt, muss man aber auch selbst erlebt haben.

Auch deswegen schon, dass all die Rollen durch nur 2 Darsteller umgesetzt wurden. Wobei Crippler Criss nur eine Rolle übernimmt, weil er stetig auf dem Weg zu den Zauberpilzen ist. Aber Mr Heppot schlüpft in die Rollen als Hippie, Soldat, Einsiedler und als Zwerg, welcher von der Größe her perfekt mit dem Trick "Der kleinen Frau" dargestellt wurde. Große darstellerische Leistung darf man hier auch nicht erwarten – wobei ich aber auch denke, dass man hier auch gar nicht schauspielern wollte. Ist wahrscheinlich auch ganz gut so, denn zu Einem erspart es dem Zuschauer peinliches Overacting – wo Fremdscham manchmal eine neue Dimension annimmt – und zum Anderen könnte man bei diesem Film ein Trinkspielchen durchführen. Denn immer wenn das Wort "Alter" fällt wird was getrunken und bis der Film dann zu Ende ist, dürfte Keiner mehr gerade stehen.

Da wären dann auch noch die SFX. Anfangs dachte ich, dass hier mehr rumgesaut wird, aber es hielt sich dann doch in Grenzen und es war auch nicht nur Effekthascherei. Dennoch könnt ihr beruhigt sein – der Gorehound in Einem kommt dennoch auf seine Kosten. Vor allem da es sich hier um handgemachte Effekte andelt und diese sind blutig bis ekelig ausgefallen. Einige von der Machart her sehr offensichtlich, aber dies ist auch förderlich für den Trash-Charme.

Blutige Sauereien sind auch immer so eine Sache mit der Zensur legt man solche Filme zur Prüfung vor und auch das Thema Zensur an der Filmkunst wurde sehr schön hier untergebracht. Kurz vor einem SFX gibt es einen Schnitt mit Übergang zu einem schwarzen Bildschirm und dann trifft man wieder auf die beiden Chaoten vom Anfang, die sich beklagen, dass der Film bei den interessanten Stellen geschnitten wurde. Es wird aber Abhilfe geschaffen indem die ungeschnittene Version besorgt wird, die dann eingelegt und weitergeschaut wird von den Beiden – und wir als Zuschauer kommen dann auch in den Genuss der "geschnittenen Szenen". Vielleicht noch zur Erklärung – der Film wird öfter mal von den Beiden unterbrochen und die diskutieren dann auch drüber wie schlecht der Film doch eigentlich ist. Zumindest einer der Beiden findet ihn schlecht. Für den Anderen ist Zauberpilze wahres filmisches Schaffen.

Jetzt stellt sich vielleicht der Ein oder Andere die Frage – und was ist mit der Spannung?

Vergesst die Spannung bei diesem Film. Hier zählt sehr viel mehr der Spaß-Faktor. Daraus zieht man hier die Unterhaltung, weil diesen Film kann man zu keiner Minute ernst nehmen. Dafür ist alles zu abgedreht und trashig.

Daher werden wohl auch nur Freunde von Amateur- bzw. Trashfilmen etwas mit Das Geheimnis der Zauberpilze anfangen können. Zum Schluss möchte ich dann auch noch auf die Website der Filmemacher verweisen – www.psychoproductions.com – also schaut ruhig mal vorbei und wenn möglich könnt ihr auch P.S.Y.C.H.O. Productions unterstützen.

Dienstag, Juli 14, 2009

Das Gespräch

Regie: Volker Trachternach

Darsteller: Elischeba Wilde, Sandra Neyken, Marcel Koschanowski, Angy Müller

Story:

Eine junge Frau namens Anja hat es nicht leicht in ihrem Leben. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und damit zerstörte sie auch das Leben ihres Vaters. Dies legte den Grundstein für ihre Selbstzweifel, die sie ein leben lang begleiten sollten.

Auch später als sie dann verheiratet ist, verliert ihr Mann seinen Job wegen ihr, er fängt an sie zu schlagen und betrügt sie dann auch noch mit einer anderen Frau. Trotz all dem liebt Anja ihren Mann immer noch und würde sogar die andere Frau dulden und so denkt sie über ein Gespräch nach, welches alles ändern soll.

Kommentar:

Das Gespräch
ist ein etwa 8 minutiger Kurzfilm von Volker Trachternach und ich kann schon mal sagen, dass ich positiv überrascht bin von diesem Film.

Ohne jegliche Vorkenntnisse ging ich an diesen Film ran und dachte erst, dass es wieder so einer ist wo man sich seine Freunde und eine Kamera geschnappt hat und dann einfach loslegte und eine Riesensauerei anstellt. Aber dann kam es doch vollkommen anders.

Das Gespräch entpuppt sich viel mehr als ein Drama um eine Frau, die den Tag ihrer Geburt verflucht und sich im Lauf ihres Lebens immer mehr in ihre Opferrolle einfindet. Und da der Film fast nur ein innerer Monolog ist, bekommt man auch schnell einen Zugang zu ihr als Bezugsperson. Dieser innere Monolog wird nur zweimal durch Einzeiler unterbrochen, einmal von ihrem Vater und einmal von ihrem Ehemann, die sehr abweisender Natur sind und dadurch die Position von Anja noch stärken. Obwohl man hätte diese Einwürfe auch weglassen können und es mehr mit eindeutigen Gesten aufzeigen können.

Dies führt mich dann auch gleich zu den Darstellern. Hier machen alle Beteiligten ihren Job wirklich gut. Ich muss zwar dazu sagen, dass es hier nicht wirklich viel zu schauspielern gab, aber das Dargestellte wirkt normal. Es gibt kein Fratzenfasching und keiner zappelt wie bekloppt vor der Kamera rum. Dies ist immer die Gefahr bei Amateur- / Independentfilmen das es einer zu gut meint.

Weiterhin zu loben ist auch die Kameraarbeit. Das Bild ist nicht unscharf und auch nicht verwackelt. Technische Spielereien gibt es leider keine, aber dies trübt das Gesamtbild auch nicht. Hier hat dann Volker Trachternach auch ganze Arbeit geleistet.

Wie ich schon erwähnte gibt es hier keine große Sauerei, aber dafür eine ganz Kleine. Also wer es nur auf blutige SFX anlegt, wird mit diesem Film nicht glücklich. Auch schon deswegen nicht, weil die SFX sehr einfacher Natur sind. Man findet hier nur ein bisschen Kunstblut auf der Kleidung, dem Boden und ein Teil wird auch "ausgespuckt". Das dann auch nur am Ende des Films – hier auch noch die Credits mit abwarten. Da bekommt man dann auch noch was vom Kunstblut zu sehen.

Um dann auch zum Ende meiner Review zu kommen, bleibt mir nur noch zu sagen, dass Das Gespräch ein guter Amateur- / Independentfilm von Darksun Productions ist und bestimmt auch anderen Freunden dieses Genres seine Freude bereiten wird.

Sonntag, Juni 28, 2009

Tortura

Regie: Marcel Walz, Michael Effenberger

Darsteller: Nico Zitek, Anna Trageser, Martina Schölzhorn, Anton Grünbeck, Christina Amberger, Carolina Rath

Story:

3 Damen und ein Typ wollen feiern gehen in irgendeiner Disco in München. Es hätte auch ein schöner Abend werden können, aber dann rastet der Typ aus, schlägt eine der Frauen und die Gruppe zerteilt sich erstmal.

Er haut dann ab, aber die Frauen finden wieder zusammen und sitzen gemeinsam irgendwo mitten in der Nacht in der Stadt fest. Die Nacht ist noch lang und sie soll kein gutes Ende nehmen, denn die Frauen landen in den Fängen von einer sadistisch-kannibalistischen "Familie".

Kommentar:

Tortura ist ein gemeinsames Filmprojekt der Regisseure Marcel Walz und Michael Effenberger (Infekt -2007). Es ist das erste Mal, dass die beiden so zusammen gearbeitet haben und bei raus kam ein kleiner verdammt blutiger Independentfilm.

Schaut man auf die älteren Werke der beiden Filmemacher zurück, ist vieles besser geworden und das merkt man am deutlichsten an SFX. Nicht nur das es hier die bisher blutigsten gibt, sondern sie sind auch vom Handwerk besser und auch deutlich aufwendiger als die bisher eher einfach verwendeten SFX. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass der Gorehound hier vollkommen auf seine Kosten kommt. Trotzdem ist Tortura keiner dieser Independentfilme, den es nur aufs Rumgesaue ankommt.

Sondern auch die Darsteller liefern sehr gute Leistungen ab. So gut sogar, dass man ihnen ihre Rollen abnimmt. So wirkt die Rolle des Dave, der Typ der die Damen mit zu Disco begleitet, schön asozial – großes Maul haben und schlechtes Benehmen den Frauen gegenüber, aber die sind so dumm und erliegen seinem Charme. Aber auch die Damen sind zu loben – ihr Leiden und ihre verzweifelten Schreie wirken authentisch. Dennoch gibt es den besten Schrei einer Frau in Everlasting Hate. Schade das eine der Frauen in Tortura diesen nicht überbieten konnte, obwohl man hier nah dran war. Vielleicht dann in bald erscheinenden La Petite Mort von Marcel Walz. Die Vorschau zu diesem sah da ganz viel versprechend aus.

Und dann ist da noch die "Familie" wo besonders das Oberhaupt, welches von Anton Grünbeck dargestellt wird, durch seine markanten Gesichtszüge hervorsticht. Dieses leicht Verrückte bringt er wirklich gut rüber. Da wirken die anderen 3 ein bisschen blass gegen ihn.

Durch das Schauspiel der Darsteller baut sich auch eine sehr dichte Atmosphäre auf, die vor allem im letzten Drittel des Films in Terror übergeht. Ab da gerät man in eine noch sadistischere und grausamere Welt. Das dürfte sogar bei Gorehounds für Nervenkitzel sorgen.

Das Einzige was leicht negativ am Film auffällt ist die Kameraarbeit. Diese ist manchmal etwas leicht verwackelt. In hektischen Szenen mag so was zwar passend wirken, aber in ruhigen Szenen ist es eher störend.

Ich hege ja auch den Verdacht, dass man mit Tortura auf den Torture-Porn-Zug mit aufspringen wollte und wenn dem so sein sollte, hat man hier es endlich mal geschafft einen vernünftigen Beitrag dazu beizutragen. darum vergesst diesen Quatsch wie Hostel Tortura ist da um einiges besser!

Mehr habe ich dann auch nicht zum Film zu sagen. Es ist ein guter deutscher Independentfilm und ich bin sehr gespannt was wir in Zukunft noch alles von Marcel Walz und Michael Effenberger zusehen bekommen werden.

Samstag, Juni 27, 2009

Drag me to Hell

Kinostarttermin: 11.06.2009

Regie: Sam Raimi

Darsteller: Alison Lohman, Justin Long, Lorna Raver, Dileep Rao, David Paymer, Reggie Lee

Story:

Die Bankangestellte Christine Brown steht vor der Möglichkeit auf der Karriereleiter etwas höher klettern zu können. Um dies zu ermöglichen muss sie aber einer alten Frau einen Antrag auf Kreditverlängerung verweigern.

Diese recht alltägliche Angelegenheit zieht ein großen Unheil für Christine mit sich. Denn die alte Frau ist eine Zigeunerin und verflucht Christine. Sie belegt Christine mit dem Fluch der schwarzen Ziege – dem Lamia. Ein Dämon, der sich 3 Tage heimsuchen wird und dann letztlich mit in die Hölle ziehen soll.

Christine will dies aber verhindern und sucht Hilfe bei einem Hellseher, der ihr auch helfen wird den Fluch zu durchbrechen.

Kommentar:

Drag me to Hell – "Zieh mich in die Hölle" – war für mich jetzt doch eine positive Überraschung. Ich habe lange keinen Okkult-Horrorfilm mehr gesehen und nun wo es mal wieder soweit war, hab ich auch gleich einen guten erwischt.

Bleiben wir auch gleich beim Okkulten. Hier bediente man sich aus der Zigeuner-Mythologie und zwar durch den Fluch der schwarzen Ziege, dem Lamia. Ob das alles so seine Richtigkeit hat, kann ich nicht sagen, denn meine Bücher und ich kennen unter "Lamia" nur die Tochter des Poseidon aus der griechischen Mythologie. Auf jeden Fall ein interessantes Motiv und auch mal eine Abwechslung zu den sonst eher christlich angehauchten Dämonen. Zeichnet sich aber hier ein Trend ab? Schon bei dem Film The Unborn bediente man sich aus der jüdischen Mythologie. Die Christen und ihre Exorzismen scheinen den Drehbuchautoren wohl nicht mehr so viel herzugeben.

Es ist aber nicht nur dieses neue Motiv, welches diesen Film interessant macht, sondern auch die Atmosphäre. Hier wird man schnell in den Bann vom Film gezogen, denn schon in der Eröffnung hält der Filmtitel was er verspricht. Dann auch im weiteren Verlauf des Films kann sich die jetzt schon aufgebaute Spannung halten. Somit funktionieren auch die Schreckmomente, obwohl ich hier etwas ankreiden muss, dass diese hauptsächlich über laute Geräusche hervorgerufen wurden. Im Kinosaal funktioniert so etwas immer wunderbar und da kann man nur hoffen, dass es später wenn die DVD dann draußen ist auch noch funktioniert.

Mit eben dieser Spannung und ihren Schreckmomenten legte man auch mehr Wert auf ein Gruselgefühl. Demnach sollte man hier keine Splatter- oder Goreeinlagen erwarten. Drag me to Hell ist kein Film, der es auf Effekthascherei angelegt hat. Es fließt zwar mal Blut, aber wer einen Horrorfilm nur über Blut und Gewalt definiert, ist hier an der falschen Adresse.

Dabei hätte man hier ein Schlachtfest erwarten können, führte doch Sam Raimi Regie, der dem geneigten Fan bestens als Regisseur zu den Tanz der Teufel-Filmen bekannt sein dürfte. Aber wie schon gesagt, hielt man sich hier mit derbem Splatter mehr als zurück.

Über die Regie kommen wir auch zu den Darstellern. was mir hier dargeboten wurde, hat mir auch gefallen. Keiner fiel mir negativ auf, aber auch nicht sonderlich positiv. Auf Anhieb ist mir unter den Darstellern auch nur Alison Lohman bekannt, denn "sah" man sie zuletzt noch in Die Legende von Beowulf. Auch hier gibt sie wieder ein sehr sympathisches Wesen ab.

Somit funktionierte auch dieses moralische Dilemma kurz vor Ende des Films. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber ich denke mal vor so einer Entscheidung möchte keiner stehen. Das eigentliche Ende ist dann auch wiederum sehr schön hingedreht. Dies lässt den Film auch gleich noch anders dar stehen.

Ich wäre dann mit meiner Review auch schon wieder am Ende und kann diesen Film ruhig weiterempfehlen. Er hat gute Darsteller, eine interessante Story und viel Spannung. Das einzig Negative was mir hier aufgefallen ist, waren die teilweise schlechten CGI-Effekte. Liegt auch daran, dass ich diese nicht mag. Dann lieber Latex- oder Gummimasken – egal wie schlecht diese dann auch aussehen mögen. Richtiges Handwerk ist immer noch das Bessere als irgendwas im Computer generierte.

Wer also ins Kino möchte und noch nicht weiß was er sich ansehen könnte, sollte ruhig in Drag me to Hell gehen – hier findet man gute Unterhaltung.